Ladekarten & Ladestrom Tarife: Selbermachen oder Fachbetrieb beauftragen? Der Kostenvergleich
Die Elektromobilität gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Mit über 2 Millionen Elektrofahrzeugen auf den Straßen (Stand 2026) ist die Nachfrage nach Ladestationen und entsprechenden Tarifen gestiegen. Eine zentrale Frage dabei ist: Soll der Nutzer die Installation und Verwaltung der Ladekarten selbst übernehmen oder einen Fachbetrieb beauftragen? In diesem Artikel werden die Vor- und Nachteile beider Ansätze sowie die damit verbundenen Kosten eingehend untersucht.
1. Die Grundlagen der Ladekarten und Ladestrom Tarife
Ladekarten sind essenziell für Elektroautofahrer, da sie den Zugang zu öffentlichen Ladestationen ermöglichen. Anbieter wie Plugsurfing, NewMotion oder EnBW bieten unterschiedliche Tarife an, die sich nach Nutzung und Ladeverhalten richten. Im Jahr 2026 kosten die meisten Tarife zwischen 0,29 € und 0,79 € pro kWh, abhängig von Tageszeit und Ladeort.
2. Selbermachen: Die DIY-Option
Die Installation einer eigenen Ladestation, auch Wallbox genannt, kann für technisch versierte Nutzer eine interessante Option sein. Die Kosten für Wallboxen liegen zwischen 600 € und 1.500 €, abhängig von Marke, Leistung und Funktionen. Zudem muss der Anschluss an das Stromnetz erfolgen, was mit weiteren Kosten für Materialien und eventuell notwendigen Genehmigungen verbunden ist.
2.1. Kostenübersicht für DIY
| Posten | Kosten (€) |
|---|---|
| Wallbox | 600 - 1.500 |
| Installationsmaterial | 100 - 300 |
| Genehmigungen (z.B. von der Stadt) | 50 - 200 |
| Eigenleistung (Wert der Zeit) | 200 - 500 |
| Gesamtkosten | 1.050 - 2.500 |
3. Fachbetrieb beauftragen: Die professionelle Lösung
Die Beauftragung eines Fachbetriebs bietet den Vorteil der Fachkompetenz und der Gewährleistung. Ein professioneller Installateur kann die Wallbox effizient und sicher installieren. Die durchschnittlichen Kosten für die Installation durch einen Fachbetrieb liegen zwischen 1.200 € und 2.500 €, abhängig von der Komplexität der Installation und den erforderlichen Anpassungen am Stromnetz.
3.1. Kostenübersicht für Fachbetrieb
| Posten | Kosten (€) |
|---|---|
| Wallbox (inkl. Montage) | 1.200 - 2.500 |
| Installationsmaterial | 100 - 300 |
| Genehmigungen (inkl. Beratung) | 50 - 100 |
| Gesamtkosten | 1.350 - 2.900 |
4. Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Die Amortisationszeit einer eigenen Ladestation hängt stark von den individuellen Ladegewohnheiten und den gewählten Tarifen ab. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 15 kWh/100 km und einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km können sich die Kosten wie folgt berechnen:
Angenommen, der Tarif beträgt 0,39 € pro kWh (Durchschnitt 2026). Bei 2.925 kWh Jahresverbrauch (15.000 km / 100 km * 15 kWh) ergibt sich eine jährliche Stromkosten von ca. 1.142 €.
Wenn die Gesamtkosten für die Wallbox und die Installation bei 1.500 € liegen, amortisiert sich die Investition nach etwa 1,3 Jahren, vorausgesetzt, man nutzt überwiegend die eigene Wallbox und spart sich die Kosten für öffentliche Ladesäulen.
5. Vor- und Nachteile im Vergleich
| Kriterium | Selbermachen | Fachbetrieb beauftragen |
|---|---|---|
| Kosten | 1.050 - 2.500 € | 1.350 - 2.900 € |
| Sicherheit | Risiko bei unsachgemäßer Installation | Hohe Sicherheit durch Fachkenntnis |
| Garantie | Keine Garantie | Garantie auf Installation |
| Eigenes Know-how | Erforderlich | Nicht erforderlich |
| Amortisationszeit | Kürzer bei hohem Nutzungsgrad | Längere Amortisationszeit |
6. Fazit
Die Entscheidung, ob man die Installation einer Ladestation selbst übernimmt oder einen Fachbetrieb beauftragt, hängt von individuellen Faktoren ab. Technisches Know-how, die Bereitschaft zur Eigenleistung und die finanziellen Möglichkeiten spielen eine entscheidende Rolle. Während das Selbermachen initial günstiger sein kann, bietet die Beauftragung eines Fachbetriebs Sicherheit und Qualität. Eine sorgfältige Abwägung der Kosten und Nutzen ist unerlässlich, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.