E-Auto mit Solarstrom Laden (PV)

E-Auto mit Solarstrom Laden (PV): Selbermachen oder Fachbetrieb beauftragen? Der Kostenvergleich

E-Auto mit Solarstrom Laden (PV): Selbermachen oder Fachbetrieb beauftragen? Der Kostenvergleich
Kompakt zusammengefasst: Vergleich von Eigenleistung vs. Meisterbetrieb: Kosten, Zeitaufwand, Garantie und Risiken im Detail.

E-Auto mit Solarstrom Laden (PV): Selbermachen oder Fachbetrieb beauftragen? Der Kostenvergleich

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Autobesitzer entscheiden sich für ein E-Auto, und die Möglichkeit, diese Fahrzeuge mit Solarstrom zu laden, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Solarstrom aus Photovoltaikanlagen (PV) bietet nicht nur eine nachhaltige Lösung zur Energieversorgung, sondern kann auch erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringen. Doch stellt sich die Frage: Soll der Ladeeinrichtung selbst installiert werden oder lieber einen Fachbetrieb beauftragen? In diesem Artikel beleuchten wir die Vor- und Nachteile beider Ansätze und vergleichen die Kosten.

Die Grundlagen der PV-Ladetechnologie

Um ein E-Auto mit Solarstrom zu laden, wird eine PV-Anlage benötigt, die auf dem Dach des Hauses installiert ist. Diese Anlage wandelt Sonnenlicht in elektrische Energie um, die entweder direkt für den Betrieb von Elektrogeräten im Haushalt genutzt oder in einem Batteriespeicher gespeichert werden kann. Eine Wallbox ist notwendig, um das E-Auto mit dem Solarstrom zu betanken. Die Kombination aus PV-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox ermöglicht eine optimale Nutzung der erzeugten Energie.

Selbermachen: Vorteile und Herausforderungen

Das Selbstinstallieren von PV-Anlagen und Wallboxen kann eine attraktive Option sein, um Kosten zu sparen. Wer handwerklich begabt ist, kann durch Eigenleistung die Ausgaben erheblich senken. Einige Vorteile und Herausforderungen sind:

  • Vorteile:
    • Reduzierte Installationskosten: Durch Eigenleistung können bis zu 30% der Gesamtkosten eingespart werden.
    • Individuelle Anpassung: Die Installation kann nach persönlichen Wünschen und Gegebenheiten gestaltet werden.
  • Herausforderungen:
    • Komplexität: Die Installation erfordert technisches Wissen und Erfahrung, insbesondere in Bezug auf die Elektrik.
    • Genehmigungen: Je nach Bundesland sind möglicherweise Genehmigungen erforderlich, die den Prozess verzögern können.
    • Haftung: Bei fehlerhaften Installationen kann es zu Haftungsfragen kommen, was im schlimmsten Fall zu gefährlichen Situationen führen kann.

Fachbetrieb beauftragen: Vorzüge und Kosten

Die Beauftragung eines Fachbetriebs kann in vielen Fällen die bessere Wahl sein, besonders wenn es um Sicherheit und Effizienz geht. Hier sind einige der Vorzüge und die damit verbundenen Kosten:

  • Vorzüge:
    • Fachkenntnis: Ein erfahrenes Team bringt das notwendige Wissen und die Ausstattung mit, um die Installation sicher und effizient durchzuführen.
    • Garantie: Professionelle Installationen bieten oft Garantien auf die Arbeit und die verwendeten Materialien.
    • Beratung: Fachbetriebe bieten eine umfassende Beratung, die auf die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten zugeschnitten ist.
  • Kosten:
    • Die durchschnittlichen Kosten für die Installation einer PV-Anlage liegen 2026 bei etwa 1.500 bis 2.500 Euro pro kWpeak. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWpeak sind das zwischen 15.000 und 25.000 Euro.
    • Die Installation einer Wallbox kostet zusätzlich zwischen 800 und 1.500 Euro, abhängig vom Modell und den Anforderungen.

Kostenvergleich: Selbst machen vs. Fachbetrieb

Posten Selbst machen (€) Fachbetrieb (€)
PV-Anlage (10 kWpeak) 10.500 - 17.500 15.000 - 25.000
Wallbox 800 - 1.200 800 - 1.500
Gesamtkosten 11.300 - 18.700 15.800 - 26.500

Amortisationszeiten und Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage zur Stromerzeugung für ein E-Auto ist ein wichtiger Faktor. Basierend auf den durchschnittlichen Strompreisen von 0,35 € pro kWh und einer Ersparnis von 0,20 € pro kWh im Vergleich zu herkömmlichem Strom, ergibt sich folgende Berechnung:

  • Ein E-Auto benötigt im Durchschnitt 20 kWh/100 km.
  • Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km ergeben sich Kosten von 1.050 € bei Netzstrom (15.000 km / 100 km * 20 kWh * 0,35 €).
  • Mit selbst produziertem Solarstrom liegen die Kosten bei 300 € (15.000 km / 100 km * 20 kWh * 0,20 €).

Die Amortisationszeit für die Installation einer PV-Anlage beträgt unter diesen Annahmen etwa 8 bis 12 Jahre, abhängig von der Größe der Anlage und der Einspeisung von überschüssigem Strom.

💡 Experten-Tipp von Tobias Brandt: "Überprüfen Sie vor der Installation, ob Förderungen oder Zuschüsse von KfW (z.B. KfW 458/261) beantragt werden können. Diese können die Kosten erheblich senken und die Amortisationszeit verkürzen."

Fazit: Was ist die beste Wahl?

Ob Selbstinstallation oder die Beauftragung eines Fachbetriebs – beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Wer handwerkliches Geschick hat und sich der Risiken bewusst ist, kann durch Eigenleistung Geld sparen. Für alle anderen ist die Beauftragung eines Fachbetriebs die sicherere und oft auch wirtschaftlichere Option, vor allem in Anbetracht der Garantien und der fachlichen Expertise, die damit einhergeht.

Wie viel kostet eine PV-Anlage für E-Autos?
Die Kosten für eine PV-Anlage liegen 2026 zwischen 15.000 und 25.000 Euro, je nach Größe und Ausstattung.
Wie lange dauert die Installation einer PV-Anlage und Wallbox?
Die Installation dauert in der Regel 1 bis 3 Tage, abhängig von der Größe der Anlage und den individuellen Gegebenheiten.
Was ist bei der Genehmigung zu beachten?
Je nach Bundesland sind unterschiedliche Genehmigungen erforderlich. Informieren Sie sich im Vorfeld über die geltenden Vorschriften.
Tobias Brandt

Über Tobias Brandt

Elektroingenieur & E-Mobility Berater

Fährt seit 2017 rein elektrisch und hat über 200 Wallbox-Installationen für Ein- und Mehrfamilienhäuser geplant. Experte für solares Laden.